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Uwe Krist ist Inhaber der Fa. Clubmate Golf in Frechen. Unter dem Motto “Einfach mal selber bauen” bietet man sowohl professionellen Clubfittern als auch “Schlägerbastlern” die gesamte Palette an Komponenten für den Schlägerbau. Neben “Do it yourself” Workshops kann man sich in Frechen natürlich auch “fitten” lassen oder Schläger im Golfspezialversand bestellen.
Eugen Pletsch: Sie bieten ein breites Programm an Material für den Golfsport an. Wer ist Ihr Klientel?
Uwe Krist: In Bezug auf den Vertrieb von Komponenten gilt: Erstens der Handel - also Pro-Shops, Sportgeschäfte, Filialisten; zweitens die Golf-Pros; und drittens die typischen “Baschtler”, die zu Hause im Keller an der Verbesserung ihres Equipments feilen.
EP: Ist das Clubfitting vor Ort der Schwerpunkt Ihrer Arbeit oder hat der Versandhandel mit Komponenten einen größeren Anteil?
UK: Der Versandhandel mit Komponenten macht etwa 70% unseres Umsatzes aus. Weitere 30% entfallen auf die Distribution von Marken und der Rest auf das Fitting.
EP: Sie haben neben den eigenen Produktlinien auch noch andere Marken im Programm?
UK: Wir vertreten fast alle Marken, die im Bereich Schäfte und Griffe irgendeine Rolle auf dem Weltmarkt spielen.
EP: Wie ist Ihre Vorgehensweise bei einem Fitting (Launch Monitor etc)?
UK: Wir ermitteln die erforderlichen Daten in einer Kombination aus statischem und dynamischem Fitting. Der Launch Monitor wird umso wichtiger, je besser der Spieler ist. Die allermeisten Golfer sind aber nicht in der Lage, 5 konstante Schwünge auf dem Launch-Monitor zu produzieren, deshalb bleibt Fitting immer eine Mischung aus Technik und Kunst.
EP: Bauen Sie die Schläger dann selbst zusammen, oder haben Sie dafür Fachleute?
UK: Der Zusammenbau der Schläger erfolgt in unser eigenen Werkstatt.
EP: Ist ein Clubfitting auch schon für den Highhandicapper sinnvoll? Oder sollte jemand erst seinen Schwung entwickeln?
UK: Statisches Fitting ja, dynamisches Fitting - siehe oben!
EP: Was ist aus Ihrer Sicht der Grund, warum fünf Golflehrer ihren Schülern fünf verschiedene Schlägersets verpassen würden?
UK: Ein Grund ist sicher, dass viele Golf-Pro’s sich leider viel zu wenig mit dem Thema “Equipment” auseinandersetzen und auskennen. In Bezug auf die Schlüsselfaktoren Gewicht, Länge, Flex, Lie (bei den Eisen) und Loft (beim Driver) sollten 5 kompetente Fitter auf ganz ähnliche Ergebnisse kommen. Abweichende Empfehlungen für Hersteller, Modell, Farbe etc. sind dagegen normal.
EP: Und was ist aus Ihrer Sicht der Grund, warum jeder Clubfitter andere Schläger /Schäfte empfehlen würde?
UK: Ich empfehle eigentlich niemals bestimmte Schläger oder Schäfte. Wenn ich jemand im Fitting hatte, mache ich eine konzeptionelle Empfehlung; d.h. ich empfehle bei den Eisen entweder Performance- oder Tolerance-Köpfe, beim Driver Loft, Face Angle und ggfls. Offset, bei den Schäften Material (Stahl oder Graphit), Gewichtsklasse, Flex bzw. cpm und Flexpunkt. Das ist erstmal der Rahmen; die Feinauswahl nach Hersteller, Modell etc. trifft dann meist der Kunde nach Spielgefühl.
EP: Gibt es etwas, was ich als Kunde abfragen sollte, bevor ich mir von jemandem Schläger machen lasse?
UK: Am besten natürlich die Erfahrungen anderer Golfer mit diesem Clubfitter/Clubmaker. Leider gibt es da noch keine entsprechende Plattform im Internet.
EP: Auf der Golf Europe waren die Wechselköpfe ein großes Thema. Golfweek meinte, dass dies das Jahr der „Clubfitter“ was auch immer sie damit meinten.
UK: Das Thema Wechselköpfe ist meiner Ansicht nach tot, ehe es richtig lebendig geworden ist. Das zumindest muss man klar aus den Erfahrungen im ersten Jahr in den USA schließen. Wir haben das mit Nickent aus erster Hand mitbekommen, aber auch Callaway, TM etc. geht es nicht besser. Ein Flop. Der deutsche Markt kriegt es natürlich erst wieder mit Verzögerung mit. Verständlich, denn wahrscheinlich versucht die Industrie, hier jetzt noch ein paar ihrer Überbestände abzubauen.
EP: Meine Anregung zu mehr Kooperation unter Clubfittern im letzten GOLFGAGA-Blog hatte wenig Resonanz, auch die Foren haben das Thema meines Wissens nicht aufgegriffen, obwohl da sonst endlos über Schlägerfragen diskutiert wird. Ist jede Kooperation unerwünscht?
UK: Das ist überzogen. Ich persönlich wünsche mir eine deutsche Informations- und Feedback-Plattform, auf der einerseits Clubfitter ihr Angebot anbieten können und andererseits Kunden die Möglichkeit haben, über ihre Fitting-Erfahrungen mit den entsprechenden Clubfittern zu berichten. Für diese Form von Kooperation würde ich mich sofort engagieren. Transparent, klar, fair. Es gibt m.E. leider zu viele Scharlatane in der Clubfitting-Branche, die die Unwissenheit der Kunden ausnutzen, um für viel Geld höchstens durchschnittliches Equipment zu verkaufen. Von denen möchten wir uns ganz bewußt abgrenzen und daher auch keine gemeinsame Präsentation im Web. Wahrscheinlich sind wir bei Clubmate Golf ja hoffnungslos altmodisch, aber wir stehen nun mal auf grundsolide, ehrliche Arbeit.
EP: Vielen Dank für das Gespräch